Der Topf und der großartige Deckel – und warum man nicht nur in Beziehungen früh genug damit aufhören muss, sich unter seinem Wert zu verkaufen

October 6, 2017

„Warum meldet sich dieser Typ jetzt einfach nicht mehr? Es war doch so nett!“
„Was habe ich da jetzt wieder falsch gemacht?“
„Ich zweifle wirklich schon so daran, ob ich jemals eine Beziehung führen werde, die mich glücklich macht?“


Solche und ähnliche Sätze sind uns besonders in den letzten Wochen immer wieder auf das Neue aufgefallen. Nachdem wir uns schon länger mit dem Thema „Beziehung und Partnerschaft“ beschäftigen, Steffi seit über 10 Jahren intensiv mit vielen hundert Paaren arbeitet und auch in unserem Umkreis immer wieder Beziehungsthemen auftauchen, ist es uns ein großes Anliegen heute auch einmal darüber zu schreiben.

Wir haben nämlich vor allem eines beobachtet:

Dass sich viel zu viele Mädchen und Frauen da draußen unter ihrem Wert verkaufen – und das egal in welchem Kontext.

Das geht nicht. Wir möchten das so gerne ändern und allen Frauen liebevoll ins Ohr flüstern „Du bist unfassbar großartig!“.

Uns schmerzt das im Herz und macht uns traurig und auch wütend. Wir müssen alle miteinander lernen, was es heißt, seinen Wert zu kennen und sich von nichts und niemanden diesbezüglich verunsichern zu lassen.

Selbst wenn die Bekanntschaft dich schlecht behandelt und/oder nicht die Bedürfnisse erfüllt, die du dir wünscht, werden trotz allem sehr oft viele weitere Chancen gegeben, in der Hoffnung, dass es „schon irgendwie/irgendwann doch passen könnte“.

Doch was ist der Preis dahinter? Nicht mehr alleine zu sein? Die tickende biologische Uhr abzudrehen? Wie viele andere einfach endlich wieder eine (egal was für eine) Beziehung zu haben? Ist all das es wert, sich unter dem Wert zu verkaufen und der echten und großartigen Beziehung dem Platz zu rauben?

Die Entscheidung dagegen


Einer der schwierigsten Schritte einer erwachsenen Single-Frau, die bereit für eine Beziehung ist, ist nicht nur überhaupt den passenden Partner zu finden. Es ist in weiterer Folge der Schritt, sich gegen einen potentiellen „Kanditaten“ zu entscheiden, obwohl dieser doch gerade da ist, Interesse zeigt und man selbst doch so gerne eine Beziehung und eine echte Partnerschaft führen will.

Es ist „die Stufe höher“. Eine Liebesstufe weiter, die dir klar macht, dass es nicht mehr nur um eine Beziehung geht, die man haben möchte, sondern dass es sich ab sofort nur mehr um DIE Beziehung handeln soll.

 

„Jeder Topf hat seinen Deckel“, ein klassisches Sprichwort, das jedem bekannt ist und schon Lilas  Oma immer wieder verwendete, wenn die Enkelin ein paar Tränen weinte, wenn der Klassenkamerad nicht „mir ihr gehen wollte“.

Jeder Topf hat ganz bestimmt seinen Deckel, nur gilt es den nicht nur zu finden, sondern auch zu erkennen und wahrnehmen zu können.

Das immer mit dem Wissen um deinen hohen Wert!

Die Angst vor Einsamkeit

Der innere Konflikt einer erwachsenen, reifen Single-Frau, bei der vielleicht sogar die „Uhr tickt“, ist,  nicht nur den richtigen Deckel zu finden, sondern sich nicht an die falschen Deckel zu klammern und stattdessen diese ganz schnell wieder gehen zu lassen.

Wie kann man schließlich das passende Puzzlestück finden, wenn ein Nichtpassendes den Platz im großen Bild bereits einnimmt? Oft sind dabei unter anderem die Angst vor Einsamkeit, vor Zurückweisung, die Angst den Richtigen zu verpassen, die Angst davor, dass du diejenige bist, die niemals den Richtigen finden wird oder sogar oft auch die Angst tatsächlich einsam und alleine zu sterben, negative Antreiber dafür, sich eben genau dann auf die „falsche Beziehung“ einzulassen. Die Enttäuschung folgt und der Glaubenssatz, dass du wiedermal keine Beziehung führen konntest und hast, kommt zurück – alles damit verbunden, dass du es doch einfach mal versuchen wolltest, dabei vielleicht jedoch schon gewusst oder gefühlt hast, dass es nicht das ist, was dich erfüllt.

Es ist einfach nicht das, was ich wirklich will und was zu mir passt

 

Diese eine Stufe höher bedeutet noch mehr Selbstliebe und Bewusstsein zu entwickeln. Um diese höhere Stufe in der Entwicklung, der Liebe, der Wahrnehmung und der Partnerschaft zu erkennen, gilt es nun nicht nur mehr die Angst vor dem Alleinsein hinter sich zu lassen, sondern auch klipp und klar zu sagen: „Du bist es nicht, aber auch das ist okay.“

Sorry Mädels, es wird schwieriger den passenden Partner zu finden, und wir wissen wovon wir sprechen. Vor allem in der Zeit von Tinder & Co., wo das Nach-rechts -wischen mit dem Daumen zahlreiche weitere Möglichkeiten an Herren und Damen bietet. Dabei jedoch die gute Neuigkeit, es wird schwieriger, damit es leichter werden kann. Klingt komisch, ist aber so. Wir erklären dir genauer, wie es geht.

Ein Hoch auf den falschen Prinzen

Wir sind definitiv nicht der Meinung, dass man ab sofort ganz vorsichtig sein und sich vor dem falschen Prinzen hüten soll, obwohl er doch auf dem weißen Pferd die richtigen romantischen Worte findet. Triff dich mit so vielen Männern wie du möchtest und entwickle und trainiere dabei deine heilige weibliche Intuition. Dein Gefühl sagt dir ganz schnell, ob es nun „passt“ oder nicht. Du musst es nur hören bzw. fühlen und annehmen, dafür sehr dankbar sein und dich freuen, dass der Nächste dann vielleicht der Richtige sein könnte, weil dich genau dieses Gefühl mehr und mehr zum richtigen Partner führen wird.

Lerne aus Erfahrungen, mach das was DU für richtig hältst und wobei DU dich wohl fühlst.

Verkaufe dich nur bitte niemals unter deinem Wert oder mach nie etwas, nur damit du nicht länger alleine bist. Ein Hoch auf die falschen Prinzen, denn von ihnen darf man lernen.

Bedürfnisse und Wünsche

 

Eine Bedürfnis- und eine Wunschliste können dabei helfen, die Spur der romantischen Partnerliebe zu verfolgen.

Wenn man bewusst reflektiert, was man wirklich wirklich von seiner romantischen Partnerschaft möchte, kann das sehr dabei helfen, den nicht passenden Prinzen schneller ziehen zu lassen.

Lust auf ein kleines Experiment?

 

Dann nimm dir in einem ruhigen Moment einen Zettel zur Hand und mache einen Strich durch die Mitte deines Blattes. Auf der linken Seite notiere das Wort „Bedürfnisse“ und auf der rechten Seite des Striches das Wort „Wünsche“.

 

Unter Bedürfnisse werden die Eigenschaften und Dinge aufgelistet, die dein Liebespartner erfüllen MUSS. Das sind deine persönlichen Grenzen, wie „wertschätzend“, „finanziell unabhängig“, oder „bodenständig“, die nicht überschritten werden dürfen. Du darfst in diesem Punkt wirklich streng und genau zu dir sein, denn dadurch erkennst du viel schneller, sobald du dich unter deinen Bedürfniswerten verkaufst.

Unter Wünsche notiere bitte all das, was bei deinem Partner noch dazukommen darf, wenn man es sich schon wünschen darf. Quasi das Schlagobershäubchen auf der Torte. Hier dürfen unter anderem Dinge stehen, wie „dunkelhaarig“, „sportlich“ oder „steinreich“. Eben all das, was auf der Bedürfnistorte noch darübergestreut werden darf.

Lass diese Liste dann einfach mal auf dich wirken und reflektiere sie die nächsten Tage. Frage auch gerne eine enge Freundin nach ihrer Meinung und besprich diese Liste bewusst und von Herzen.

Diese Listen können selbstverständlich auch in anderen Lebenskontexten verwendet werden und auch da wahre Wunder bewirken.